lfm2_osten
osten6
osten4
osten10
osten2
osten8
osten7
osten3
osten5
osten9
lfm2_osten1

Titel: Parcours
Ort:
Osten Festival
/ Bitterfeld
Team:
Benjamin Foerster-Baldenius (raumlaborberlin), Christian Göthner und Daria Dordina (lfm2), Jan Schlake (la relève),
Jahr: 2022

Während des Festivals führt der Weg in den Kulturpalast nicht durch Portal und Foyer in den Zuschauerraum, sondern nimmt eine ganz andere Kurve. Benjamin Foerster-Baldenius (raumlaborberlin), Jan Schlake (la relève) und Christian Göthner (lfm2) haben einen Schubkarren-Parcours durch den Palast geplant und gebaut. 

Die Idee ist inspiriert von Bildern aus der Entstehungszeit des Kulturpalastes in den Fünfzigerjahren. Wie damals die Freiwilligen beim Aufbau des Gebäudes erfahren nun die Besucher:innen die traditionsreiche und ideologieschwere Architektur des Kulturpalastes mit der Schubkarre. Doch statt Ziegelsteinen, Heizungsrohren und Mörtelsäcken haben sie Stoffe und Altkleider geladen. Unterwegs gibt es eine Menge zu sehen und zu tun: Wimpel basteln, lauschen, drucken und anderen vom Rang aus applaudieren. Niemand wird den Parcours allein bewältigen können, alle werden auf die Hilfe anderer angewiesen sein. Gemeinsam erlebt aber birgt der Parcours nicht Möglichkeiten der Erkenntnis, sondern ist auch eine anarchische Erkundung.

Der Zugang zum Kulturpalast erfolgt von der Seite und durchs Fenster. Die Schubkarren erinnern an die Vergangenheit. 5000 Bitterfelder:innen bauten 1952 den Kulturpalast in freiwilliger Arbeit auf. Eine Schubkarre ist immer beides. Wir bestimmen, wohin die Reise geht, aber irgendwie bestimmt die Karre auch unseren Gang. Wer mit einer Schubkarre durch ein Gebäude eiert, schafft das nicht allein, sondern ist auf gegenseitige Hilfe angewiesen.

Stationen des Parcours sind die SCHUBKARRENSTATION im Festivalzentrum am Kulturpalast, die TEXTILAUSGABE im Bühnenbereich und die WIMPELSTRASSE (SPINNENDE KUNSTDRÜSE) IN DEN GARDEROBEN. ZIEL ist die SCHUBKARRENABGABE auf dem BALKON über dem Portal. Von hier fährt die Schubkarre wieder allein zurück.

Unterwegs gibt es viel zu tun, zu sehen, zu hören und zu entdecken. Schon von außen weithin sichbar ist die BUCHSTABENWERKSTATT von Cécile Belmont – eine Druckwerkstatt zum Mitmachen. Die Installation AUS SICHT DES ARCHIVS von Sven Johne und Falk Haberkorn beschäftigt sich mit Bildern aus der Wendezeit, die in Stadtarchiven liegen und damit auch mit jenen, die dort nicht zu finden sind. Mit BLACKBOX WOLFEN von Tobias Zielony ist eine Arbeit über die Arbeiterinnen in Wolfen entstanden, die sich anhand von Archivierungsfilmmaterial aus Wolfen mit Verhältnis von Licht und Zeit beschäftigt. Mit BTF PALETTE gehen Julia Schmidt und Artur Zalewski auf Motivsuche in Bitterfeld-Wolfen und in der Klanginstallation (SPIEL DIE) TÖNE VON WOLFEN des Projekts KUNSTWELTEN der Akademie der Künste bringen Schüler:innen des Heinrich-Heine-Gymnasiums Wolfen das Foyer des Kulturpalastes zum Klingen.